Wenn du verstehen möchtest, welchen Sinn eine Prostatamassage hat, lohnt sich zuerst ein Blick auf die Prostata selbst und ihre Funktion. Vielleicht kennst du den Begriff schon lange, weißt aber nicht genau, welche Bedeutung die Prostata für Gesundheit, Beckenboden, Potenz und Sexualität hat.
Im Handel gibt es viele Produkte zur Prostatastimulation, meist als Sextoys. Eine therapeutische Prostatamassage ist jedoch etwas anderes – und genau dieser Unterschied ist entscheidend. In diesem Ratgeber erkläre ich, wann eine Prostatamassage sinnvoll sein kann, worauf es bei der Anwendung ankommt und welche Hilfsmittel eine selbst durchgeführte oder partnergestützte Massage ergonomisch überhaupt erst möglich machen.
Der Ratgeber basiert auf meiner Erfahrung als Beckenbodenspezialistin, Paar- und Sexualberaterin. Wenn du dich bereits auskennst und gezielt nach passenden Hilfsmitteln suchst, findest du am Ende dieses Artikels konkrete Empfehlungen.
Häufige Erkrankungen der Prostata
○ Gutartige Prostatavergrößerung
Wie funktioniert eine Prostatamassage?
Prostata „melken“ und Prostataorgasmus
Ausführung der Prostatamassage
○ Die Ausführung: Behutsam und in deinem Tempo
Die Prostata ist ein kastaniengroßes Organ im Becken, unterhalb der Blase und direkt auf dem Beckenboden. Früher nannte man sie „Vorsteherdrüse“, weil Operateure bei Eingriffen vom Damm aus vorgingen – so „stand“ sie gewissermaßen vor der Blase. Wichtiger ist ihre Funktion: Die Prostata ist eine Drüse, die das Sekret für das Ejakulat produziert. Zusammen mit den Spermien aus den Hoden entsteht so die Samenflüssigkeit. Ihre Lage und Aufgabe machen sie zu einem zentralen Organ für Lust, Erektion und Kontinenz; sie wird oft als „männlicher G-Punkt“ bezeichnet. Wenn die Prostata erkrankt, betrifft das nicht nur deinen Körper (z. B. Inkontinenz oder Erektionsstörungen), sondern häufig auch Psyche, Selbstbewusstsein und Partnerschaft.
Wie viele Bereiche unseres Körpers verändert sich auch die Prostata mit zunehmendem Alter. Nicht jede Veränderung lässt sich verhindern. Dennoch gibt es im Alltag einiges, was du für deine Prostatagesundheit und die mit ihr verbundenen Funktionen tun kannst. Dabei geht es nicht um einzelne Wundermittel, sondern um Ernährung, Bewegung, Durchblutung, Beckenboden und Sexualität – also um viele kleine Faktoren, die zusammenspielen. Das Schöne darin ist: es tut deinem gesamten Körper gut!
Eine ausgewogene, möglichst entzündungsarme Ernährung ist grundsätzlich eine gute Basis. Viel Gemüse, hochwertige Pflanzenöle, Nüsse und Samen sowie wenig stark verarbeitete Lebensmittel unterstützen den gesamten Stoffwechsel und können damit auch für die Prostatagesundheit von Vorteil sein.
Kürbiskerne sind der Klassiker, wenn es um Prostata und Blase geht – und das nicht ganz ohne Grund. Sie enthalten unter anderem Phytosterole, ungesättigte Fettsäuren und Zink. Auch Brennnesselwurzel wird traditionell bei Beschwerden im Zusammenhang mit dem Wasserlassen und einer gutartigen Prostatavergrößerung eingesetzt.
Zink, Lycopin und Selen werden ebenfalls häufig mit der Prostatagesundheit in Verbindung gebracht. Lycopin ist vor allem in Tomaten enthalten, Zink beispielsweise in Kürbiskernen, Haferflocken und Nüssen. Bei Nahrungsergänzungsmitteln gilt für mich allerdings: Viel hilft nicht automatisch viel. Gerade Zink und Selen sollten nicht dauerhaft hoch dosiert auf Verdacht eingenommen werden. Eine gezielte Ergänzung kann sinnvoll sein, sollte sich aber am individuellen Bedarf orientieren.
Mit zunehmendem Alter nimmt das Durstgefühl häufig ab. Gerade Männer trinken dann nicht selten zu wenig Wasser. Eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr bleibt jedoch wichtig für Blase und Harnwege. Wer nachts häufig zur Toilette muss, kann versuchen, einen größeren Teil der täglichen Trinkmenge früher am Tag zu sich zu nehmen und am Abend weniger zu trinken – ohne die Gesamtmenge unnötig stark zu reduzieren.
Auch Alkohol kann Blase und Harndrang beeinflussen. Weniger Alkohol und ausreichend Wasser sind daher einfache Alltagsgewohnheiten, von denen nicht nur die Prostata profitiert.
Regelmäßige Bewegung fördert die Durchblutung und wirkt sich positiv auf Stoffwechsel, Körpergewicht und Herz-Kreislauf-System aus. Auch die Beckenregion profitiert davon. Stundenlanges Sitzen und wenig Bewegung sind dagegen keine guten Voraussetzungen für einen lebendigen Beckenboden.
Als Beckenbodentherapeutin empfehle ich Männern, ihren Beckenboden bewusst wahrzunehmen und zu trainieren. Dabei geht es nicht ausschließlich um Kräftigung. Ein gesunder Beckenboden muss anspannen, aber ebenso gut wieder loslassen können. Bewegung und gezielte Beckenbodenübungen fördern die Wahrnehmung der Muskulatur und können die Kontinenz unterstützen. Gerade mit zunehmendem Alter lohnt es sich, diesem oft völlig unbeachteten Teil des männlichen Körpers mehr Aufmerksamkeit zu schenken.
Wärme kann die Muskulatur entspannen und die Durchblutung der Beckenregion anregen. Warme Sitzbäder, ansteigende Fußbäder oder ein warmes Dampfbad für den Beckenbereich können daher wohltuend sein – insbesondere, wenn Anspannung oder Verkrampfung Beschwerden beim Wasserlassen verstärken.
Eine weitere Möglichkeit ist Pelvic Steaming, die männliche Variante des Yoni Steamings. Der warme Dampf wirkt auf den Becken- und Analbereich und kann dabei helfen, diese oft wenig bewusst wahrgenommene Körperregion zu entspannen und besser zu spüren.
Die Prostata ist kein Organ, das unabhängig von Sexualität existiert. Sie produziert einen Teil der Samenflüssigkeit und ist unmittelbar an der Ejakulation beteiligt. Eine lebendige Sexualität und regelmäßige Ejakulationen gehören daher zur natürlichen Funktion der Prostata – unabhängig davon, ob sie beim Geschlechtsverkehr oder bei der Masturbation stattfinden.
Auch mit zunehmendem Alter lohnt es sich, Sexualität nicht einfach „einzustellen“. Sie verändert sich, und vielleicht braucht der Körper mehr Zeit oder andere Reize als früher. Aus therapeutischer Sicht halte ich es für sinnvoll, die eigene Sexualität, den Beckenboden und die Beckenregion weiterhin bewusst wahrzunehmen und aktiv zu halten.
Mit zunehmendem Alter wächst bei vielen Männern die Prostata. Ab 60 ist etwa jeder zweite Mann betroffen, im hohen Alter die große Mehrheit. Die typischen Beschwerden zeigen sich vor allem beim Wasserlassen. Das erklärt sich durch die Lage der Harnröhre, die durch die Prostata verläuft. Vergrößert sich die Prostata, kann sie die Harnröhre zunehmend einengen. Dadurch können ein schwacher oder unterbrochener Harnstrahl, eine Startverzögerung beim Wasserlassen und Nachtröpfeln entstehen. Ebenso kann es zu häufigem und teils imperativem Harndrang (stark, plötzlich und schwer kontrollierbar), vor allem nachts, sowie gelegentlich zu Dranginkontinenz kommen. Ursachen sind hormonelle und altersbedingte Veränderungen; Faktoren wie familiäre Veranlagung, Übergewicht, Diabetes oder Bluthochdruck können mitwirken. Die Behandlung richtet sich nach Ursache der Beschwerden und deren Intensität. Leichte Symptome werden zunächst konservativ angegangen, dass bedeutet durch Veränderungen von Trinkgewohnheiten (tägliche Trinkmenge mehr in die 1. Tageshälfte verlagern) und Blasentraining. Bei stärkeren Beschwerden kommen Medikamente und, je nach Befund, minimalinvasive oder operative Verfahren infrage. Begleitend kann Physiotherapie sinnvoll sein, wenn auch funktionelle Beschwerden des Beckenbodens bestehen.
Unter dem Begriff Prostatitis werden unterschiedliche Beschwerdebilder zusammengefasst. Eine akute oder chronische Prostatitis kann durch Bakterien verursacht werden. Daneben gibt es jedoch chronische Beschwerden der Prostata und Beckenregion, bei denen keine Infektion nachweisbar ist. Heute spricht man dabei häufig vom chronischen Prostatitis- oder Beckenschmerzsyndrom (CP/CPPS).
Bei diesem chronischen Beschwerdebild können neben körperlichen Faktoren auch psychische Belastungen, anhaltender Stress und die individuelle Schmerzverarbeitung eine wichtige Rolle spielen. Körper und Psyche lassen sich bei chronischen Beckenschmerzen oft nicht sinnvoll voneinander trennen. Auch ein dauerhaft angespannter Beckenboden kann Teil dieses Zusammenspiels sein und die Beschwerden aufrechterhalten oder verstärken.
Typisch sind Schmerzen oder ein unangenehmes Druckgefühl im Unterbauch, Damm- oder Analbereich. Auch Beschwerden beim Wasserlassen, häufiger Harndrang sowie Schmerzen während oder nach der Ejakulation können auftreten. Bei einer akuten bakteriellen Prostatitis können zusätzlich Fieber, Schüttelfrost und ein deutliches Krankheitsgefühl entstehen.
Die Behandlung richtet sich deshalb immer nach der Ursache. Eine bakterielle Prostatitis wird mit Antibiotika behandelt. Bei chronischen Beschwerden können dagegen auch der Beckenboden, muskuläre Verspannungen und ein chronisches Schmerzgeschehen eine wichtige Rolle spielen. Hier können eine spezialisierte Beckenbodenphysiotherapie, Wärme und gezielte Entspannung der Beckenregion sinnvoll sein.
Gerade bei länger bestehenden Beschwerden ist es wichtig, nicht jede Prostatitis automatisch als Infektion zu betrachten. Die genaue urologische Abklärung entscheidet darüber, welche Behandlung sinnvoll ist.
Prostatakrebs ist die häufigste Krebserkrankung bei Männern. Früh erkannt ist er häufig gut behandelbar; im fortgeschrittenen Stadium und insbesondere bei Metastasen kann die Erkrankung jedoch lebensbedrohlich werden. Das Risiko steigt vor allem mit dem Alter. Auch eine familiäre oder genetische Veranlagung kann eine wichtige Rolle spielen.
Die Früherkennung ist deshalb wichtig. In Deutschland haben Männer ab 45 Jahren Anspruch auf eine jährliche Untersuchung zur Prostatakrebs-Früherkennung; bei familiärer Vorbelastung kann eine frühere und intensivere Abklärung sinnvoll sein.
Welche Behandlung notwendig ist, hängt stark vom Tumor und seinem Stadium ab. Nicht jeder Prostatakrebs muss sofort aktiv behandelt werden. Je nach Befund reichen die Möglichkeiten von einer engmaschigen Überwachung über Operation und Bestrahlung bis zur Hormon- und medikamentösen Therapie. Mögliche Folgen der Behandlung sind unter anderem Inkontinenz und Erektionsstörungen. Wie ausgeprägt und dauerhaft diese sind, ist individuell sehr unterschiedlich.
Als Prophylaxe gegen die oben angegebenen Probleme oder auch bei ihrer Behandlung kann dich eine regelmäßige Prostatamassage auf mehreren Ebenen unterstützen:
Vorbeugung und Therapie:
Sie kann Beschwerden lindern, z. B. bei Entzündungen, und das Risiko für Erkrankungen senken. Studien berichten, dass Männer mit häufigerer Ejakulation (ca. 20 Mal pro Monat) erheblich seltener an Prostatakrebs erkranken als Männer mit seltener Ejakulation.
Durchblutung und Beckenboden:
Die Massage fördert die Durchblutung im kleinen Becken und unterstützt die Funktion der Beckenbodenmuskulatur. Sie kann helfen, einen bestehenden – oft unbemerkten – Hypertonus (erhöhte Grundspannung) zu lösen oder zu verringern. Viele Männer tragen eine solche innere Anspannung durch Stress oder dauerhaftes „Zusammenhalten“ mit sich, ohne es zu wissen.
Bewusstsein für den Beckenboden:
Du lernst nicht nur anzuspannen, sondern vor allem gezielt zu entspannen – eine zentrale Voraussetzung für Kontinenz, Durchblutung und Lustempfinden. Erst durch diese Balance wird die reaktive Regulation der Beckenbodenmuskulatur wieder möglich – also die Fähigkeit, sich im Alltag automatisch an wechselnde Anforderungen wie Heben, Tragen oder Springen anzupassen.
Lust und Orgasmusfähigkeit:
Eine Prostatamassage wirkt nicht nur lokal stimulierend, sondern spricht die gesamte sensible Region rund um Damm und Anus an, die besonders reich an Nervenenden ist. Zudem liegt die Prostata nahe an der empfindlichen Peniswurzel – einem Bereich, der im Vergleich zum Schaft häufig unterschätzt und vernachlässigt wird.
Anmerkung: Diese Form der inneren Berührung aktiviert nicht nur körperliche Reize, sondern auch einen empfänglicheren, weicheren Anteil in dir. C. G. Jung beschrieb, dass jeder Mensch männliche und weibliche Anteile in sich trägt. Durch diese Art der Stimulation wird dein weiblicher Pol angeregt, der vielleicht verkümmert ist - dabei ist er eminent wichtig, denn es braucht nicht nur den männlichen, sondern beide Pole, um die Energie - auch deiner Männlichkeit! - fließen zu lassen. Das erklärt auch, warum Potenzprobleme danach häufig wie von selbst verschwinden.
Seelische Ebene:
Der Beckenraum ist mehr als Anatomie. Hier sitzen oft unbewusste Spannungen: alte Verletzungen, Leistungsdruck, Kontrollmuster, vielleicht auch Scham. Eine achtsame innere Massage kann helfen, diese Schichten zu lösen.
Dich berühren zu lassen – innerlich wie körperlich – bedeutet für viele Männer einen Perspektivwechsel. Nicht aktiv etwas zu tun, sondern zu empfangen. Nicht zu steuern, sondern dich führen zu lassen. Genau hier beginnt häufig eine Form von Integration: Du verbindest Stärke mit Empfänglichkeit, Präsenz mit Hingabe.
Wenn auch der Beckenboden bewusst einbezogen wird, können Gefühle auftauchen, die im Alltag wenig Raum haben – emotionale Weichheit, Berührbarkeit, vielleicht sogar eine neue Form von Demut gegenüber dir selbst, deinen Mitmenschen und dem Leben im Allgemeinen. Das ist kein Verlust von Männlichkeit, sondern eine Transformation: Du erweiterst dein Spektrum. Aus reiner Funktion wird Empfindung. Aus Kontrolle wird Vertrauen. Und aus punktueller Lust kann ein ganzkörperliches Erleben entstehen.
Du erreichst die Prostata über zwei Wege – von außen (indirekt) und von innen (direkt):
Indirekt über den Damm: Der Damm ist der Bereich zwischen Hodensack und After. Mit kreisenden, drückenden oder sanft streichenden Bewegungen kannst du hier die Prostata von außen anregen. Das ist ideal zum Einstieg, um deinen Körper auf die direkte Massage vorzubereiten und Vertrauen in die Empfindungen aufzubauen.
Direkt durch den Anus: Die Prostata liegt etwa 5–7 cm hinter dem After an der vorderen Darmwand (bauchwärts). Mit gut gleitfähigem Hilfsmittel oder einem Finger und reichlich Gleitgel ertastest du die Drüse behutsam und „behandelst“ sie. Achte stets auf dein Empfinden: unterbrich, wenn es unangenehm wird, und nähere dich in kleinen Schritten.
Warum Hilfsmittel sinnvoll sind: Mit den Fingern ist die Massage oft anstrengend, weil das Handgelenk unnatürlich verdreht werden muss. Das mindert die Präzision und stört auch mental. Sanft geformte, glatte Hilfsmittel erleichtern die Führung, erhöhen den Komfort und schützen die Schleimhäute. Diese Hilfsmittel stellen wir dir weiter unten vor.
Diese beiden Phänomene behandeln wir in einem Kapitel. Sie unterscheiden sich zwar grundsätzlich, haben aber doch viel gemeinsam, denn nicht selten treten sie hintereinander oder als Mischform von beidem gleichzeitig auf.
Der Begriff „Prostata melken“ ist zugegebenermaßen irritierend, aber dennoch ebenso treffend, denn es geht um das gezielte Ausleiten von Prostatasekret, jedoch ohne Orgasmus. Dies kann sowohl aus therapeutischen Gründen erfolgen ohne jeden sexuellen Bezug oder als sexuelle Handlung, meist im BDSM-Kontext.
Beim „Melken“ wird die Prostata intensiver stimuliert als bei der Massage. Ziel ist es, gezielt Prostatasekret abzuführen – sei es zur bewussten Aktivierung der Prostata, aus gesundheitlichen oder erotischen Gründen.
Dabei kann es durchaus zu einer Form von Höhepunkt kommen, jedoch ohne dass ein klassischer Orgasmus im gewohnten Sinn - also mit Austritt der Spermien - entsteht. Der Körper reagiert manchmal ganz ruhig, manchmal überraschend stark. Diese Ejakulation des reinen Prostatasekrets ist sogar ohne deutliche Erektion möglich.
Aber gerade das kann besonders befreiend sein: Der Penis spielt ausnahmsweise mal keine Rolle, sondern der Körper „macht einfach“, ohne dass Mann aktiv etwas tun muss (oder darf). Deshalb wird das "Melken" der Prostata oft als angenehmer oder auch aufregender Kontrollverlust wahrgenommen.
Bei einer intensiven Prostatastimulation kann eine spezielle Form von Höhepunkt entstehen, der sogenannte Prostataorgasmus. Dabei gibt es drei Grundformen:
Diese Formen des Prostataorgasmus lassen sich nicht exakt voneinander trennen, es gibt oft Mischformen oder Teil-Orgasmen mit teilweise austretender Prostata- und / oder Samenflüssigkeit. Der "puristische" Prostataorgasmus wird nur durch Stimulation der Prostata, also völlig ohne Stimulation des Penis ausgelöst. Mit Stimulation des Penis übernimmt dieser gemäß eingefahrener Verhaltensmuster schnell die Kontrolle des sexuellen Empfindens und die Prostata tritt als Auslöser eines Orgasmus fast völlig in den Hintergrund.
Genau diese Phänomene sind der Grund, warum die Prostatamassage bzw. das "Melken" der Prostata mit oder ohne Orgasmus respektive mit oder ohne Austritt von Samenflüssigkeit eine so große Rolle im Kontext BDSM spielen: Die devote Person gibt sich damit völlig hin und der dominante Part kann auf die gesamte Bandbreite der Gefühle und Höhepunkte spielen - dies erfordert jedoch auch einiges an Übung und Einfühlungsvermögen.
Männer, die einen Prostataorgasmus erlebt haben, beschreiben ihn oft als „mind-blowing“, nämlich als tiefer, länger anhaltend und im ganzen Körper spürbar.
Warum wird ein Prostataorgasmus oder allein schon die Behandlung der Prostata (durch eine andere Person) als so intensiv empfunden?
Die Prostata selbst ist sehr sensibel. Dazu kommt: Damm und Analbereich sind extrem nervenreich, und die Prostata liegt nahe an der empfindlichen Peniswurzel. Wird dieses Zusammenspiel bewusst wahrgenommen, kann sich Lust anders – oft umfassender – entfalten. Wissenschaftlich ist dazu noch nicht alles erforscht, doch aus Erfahrung zeigt sich: Je entspannter und neugieriger du dich auf neue Empfindungen einlässt, desto intensiver kann das Erleben werden. Gerade wenn rektale Stimulation neu ist, braucht der Körper Zeit, sich an diese neuen Spürimpulse zu gewöhnen, so dass sich diese intensiven Prostataorgasmen entwickeln können.
Für Einsteiger gelingt der Zugang zur Prostata meist am einfachsten rektal – mit einem Finger (gut gleitend im Fingerling mit Gleitmittel) oder einem geeigneten Hilfsmittel (siehe unten). Die äußere Stimulation über den Damm kann ergänzend wirken, erreicht die Prostata jedoch weniger stark. Zusätzliche Penisstimulation sowie das Variieren von Druck, Rhythmus und Intensität verstärken die Wahrnehmung.
Der sogenannte „trockene Orgasmus“ bedeutet übrigens: Ein Höhepunkt ohne sichtbare Ejakulation. Manche Männer üben bewusst, Orgasmus und Ejakulation zu trennen. Dadurch sollen Multi-Orgasmen möglich sein. Ein weiterer Grund ist die Erfahrung, nach einem solchen Höhepunkt energetischer zu sein.
Wichtig ist die Unterscheidung zu medizinischen Störungen: Wenn dauerhaft keine Ejakulation möglich ist oder das Sperma in die Blase gelangt (retrograde Ejakulation), hat das andere Ursachen – etwa Operationen, bestimmte Medikamente oder neurologische Erkrankungen. In solchen Fällen gehört das Thema ärztlich abgeklärt.
Wenn du eine Prostatamassage selbst ausführen willst, ist das ohne ein Hilfsmittel nur sehr schwer möglich. Geeignete Hilfsmittel stelle ich dir hier vor:

Wie der Name schon sagt, wurde Theros® ProstaSphere speziell für die optimale Prostatamassage entwickelt. ProstaSphere besteht aus einem schlanken, ergonomisch gebogenen Schaft und einer fest angebrachten Kugel als Griff, die eine optimale Führung ermöglicht. Auf der anderen Seite können Massagekugeln in verschiedenen Größen angebracht werden.
Besondere Eigenschaften:

Du kannst die Prostatamassage mit FMS-Dilatoren vorbereiten (den Anus-Schließmuskel sanft flexibilisieren) und anschließend mit ProstaSphere längere, gezielte Massagen durchführen.
Eine Prostatamassage funktioniert nicht „zwischendurch“. Das Entscheidende ist nicht nur die Technik, sondern mindestens ebenso wichtig ist dein Zustand. Nimm dir bewusst Zeit und schaffe dir einen ruhigen, warmen Rückzugsort, an dem du nicht gestört wirst. Je weniger Erwartungsdruck du dir machst, desto leichter kann dein Körper reagieren. Es geht nicht darum, schnell etwas zu erreichen, sondern anzukommen – körperlich und innerlich.
Du solltest vorher mit einer kurzen Spülung das Rektum reinigen, dazu reicht eine einfache Analdusche oder Klistierspritze. Das geht schnell und hilft dir, dich sicherer und entspannter zu fühlen und dich ohne gedankliche Hemmung auf die Erfahrung einzulassen.
Beginne anschließend damit, deine Oberschenkel, den Bauch und den unteren Rücken ruhig und ohne Ziel zu massieren. Lass dir dabei Zeit. Erst wenn die Atmung tiefer wird und die Muskulatur spürbar weicher, gehe langsam zum Gesäß und in den Beckenbereich über. Nicht Druck oder Intensität bereiten den Körper vor, sondern Wärme, Ruhe und Wiederholung.
Mein Expertinnen-Tipp für Anfänger:Wärme bewirkt hier Wunder. Ein Pelvic Steaming – die männliche Variante des Yoni Steaming – kann eine sehr gute Vorbereitung sein: Der warme Dampf macht das Gewebe im Bereich von Damm und Anus weich und geschmeidig und erleichtert es dem Körper, die Berührung anzunehmen.
Indirekte Stimulation: Beginne außen am Damm (dem Bereich zwischen Hoden und After). Kreise sanft, übe leichten Druck aus und spüre nach innen, bis du merkst, dass dein Körper reagiert.
Der Übergang nach innen: Nutze für die direkte Massage reichlich hochwertiges Gleitgel. Widme dich zunächst ausgiebig deinem After, dem äußeren Schließmuskel. Diese Massage wirkt sich direkt auf dein gesamtes Entspannungslevel aus, darf Lustgefühle auslösen und lässt dich weich werden. Erst wenn du dich bereit fühlst, führst du den Finger oder dein Hilfsmittel langsam ein, um die Prostata vorsichtig zu ertasten.
Variationen: Beginne sanft und steigere nur so weit, wie es angenehm bleibt. Bewährt haben sich langsame Kreisbewegungen, leichte Druckimpulse und ein Kraulen, nämlich die „Komm-her“-Bewegung. Spiele mit den verschiedenen Arten der Berührung: Variiere das Kreisen und Drücken hinsichtlich Intensität und Geschwindigkeit und ergänze kurze, rhythmische „Stupser“.
Dein Gefühl entscheidet: Höre genau auf deinen Körper. Die Empfindungen können von „ungewohnt“ bis „tief lustvoll“ reichen. Viele Männer beschreiben die ersten Male als „schön-schrecklich“ – ein intensiver Mix aus Fremdheit und Neuheit.
Viele Frauen empfinden Berührungen an der Cervix (dem Muttermund) ganz ähnlich.
Sei liebevoll und geduldig mit dir. Pausen sind kein Abbruch, sondern Teil der Massage. Du bestimmst das Tempo und deine eigenen Grenzen.
Wenn dein:e Partner:in die Massage übernimmt, könnt ihr Heilung und Erotik wunderbar verbinden. Dieser „Rollentausch“ und das Abgeben der Kontrolle eröffnen oft völlig neue Lustempfindungen. Das Ziel muss nicht der Orgasmus sein – oft stellt sich stattdessen eine tiefe Ganzkörperentspannung ein.
Neben der Massage der Prostata kannst deine Prostatagesundheit zusätzlich durch Prostatastimulation stärken, dadurch wird die Funktion der Prostata angeregt. Besonders effektiv sind Viball® Liebeskugeln für Männer :

Mit Viball kannst du die Funktion der Prostata ganz diskret im Alltag durch Vibrationen anregen. Diese sanfte, permanente Prostatastimulation ist eine ideale Ergänzung zur aktiven Prostatamassage. Viball bestehen aus antiallergenem Edelstahl (Implantatstahl), haben keine Bändchen und sind komplett im Körper, daher für andere vollkommen unsichtbar, wo immer du sie trägst. Durch das glatte Material sind sie sehr einfach einzuführen und das mit nachweislich maximalem Wirkungsgrad, weil Edelstahl erheblich stärkere Vibrationen erzeugt als Kunststoffe.
Besondere Eigenschaften:
Massage plus Alltagsstimulation ergänzen sich ideal: Du förderst Durchblutung, muskuläre Reaktion und sexuelles Erleben – für mehr Vitalität, Wohlbefinden und Lebensqualität.

Heras Interesse gilt der körperlichen und psychischen Gesundheit sowie der persönlichen Entwicklung des Menschen. Durch ihre langjährige Berufserfahrung als Hebamme, Beckenbodenfachfrau und Paartherapeutin sowie zahlreiche Fort- und Weiterbildungen verfügt sie über umfassendes Wissen zu Themen rund um Beckenboden und Sexualität.
Der intensive Austausch mit Klientinnen und Klienten sowie Kundinnen und Kunden fließt unmittelbar in ihre Arbeit ein. Dadurch sind ihre Ratgeber fachlich fundiert, praxisnah und eng an den tatsächlichen Fragen und Erfahrungen der Menschen orientiert.
Kontakt aufnehmen
von Hera Schulte Westenberg September 16, 2025 8 min Lesezeit
von Theros Erotherapy April 02, 2025 7 min Lesezeit
von Hera Schulte Westenberg Februar 13, 2025 9 min Lesezeit